Finger ab

Ich schneide also locker die Möhren. Da passiert es - die Messerschlinge gleitet durch mein Fleisch und Blut. Es ist ganz einfach - die Klinge gleitet wie durch Butter. Ich reagiere spontan, quasi unbewußt und bevor es blutet steckt der Finger im Mund. Das Blut schmeckt salzig, dabei hört es nicht auf zu bluten. Ich spüre mein Herz schlagen und wie das Blut in meinem Finger pulsiert; immer etwas hinter dem Herzschlag (BUMbum, BUMbum, BUMbum, …).

Szenen meines Lebens - nein, ein böser Scherz. Es fängt an weh zu tun. Eine gefühlte Ewigkeit habe ich meinen Finger schon im Mund, bevor ich zum Schrank mit den Pflastern laufe. Mit Pflaster und Schere bewaffnet stelle ich mich vor die Spüle. Um jetzt etwas abzuschneiden nehme ich den Finger aus dem Mund und sofort quillt das Blut aus der Fingerkuppe. Während ich die Pflaster zurecht schneide fühle ich, wie das warme Blut auf die Spüle heruntertropft. Endlich kann ich die Pflaster um den Finger legen und die Blutung (im wesentlichen) stillen.

Renate kommt erst gucken, nachdem die wilden Spuren des sonntäglichen Möhrenschneidemassakers beseitigt sind …

 

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