Entmündigte Eltern
Neulich waren wir in Aachen in einer großen Buchhandlung. Wir haben ein Kinderbuch zum verschenken gesucht. Kein spezielles - wir wollten uns einfach nur “inspirieren” lassen. Ein Buch, welches uns gefallen hätte, haben wir dann leider nicht gefunden. Aber etwas anderes habe ich gesehen.
An einer Wand war eine riesige Auswahl mit Ratgeber für Eltern: Für gestresste Eltern, Der Weg zur perfekten Mutti, Über den optimalen Vater, Wie Eltern trotz Kinder schlafen können, undundund. Für jedes existierende, für jedes gedachte und für jedes eingebildete Problem in der Elternschaft gab es verschiedene Bücher, Buchreihen, Ratgeber und Bildbände.
Ich nahm mir zum durchblättern einige in die Hand. Am Anfang mußte ich noch schmunzeln. Mit einigen Dingen und Vorschlägen konnte ich noch was anfangen. Bei den meisten Sachen mußte ich nur den Kopf schütteln. Dabei ging es weniger um die Frage, ob ich das alles für richtig hielt, sondern viel mehr um die Banalität der meisten Dinge.
Mit der Zeit wurde ich allerdings immer nachdenklicher. Es gibt ein großes Anbebot an entsprechenden Büchern. Das gäbe es ja nicht, wenn es keiner lesen würde. Daraus kann man ja folgern, daß augenscheinlich auch ein entsprechender Bedarf bei Eltern da ist. Es scheint eine große Verunsicherung in Bezug auf Erziehungsangelegenheiten zu geben. Und das finde ich schon schlimm.
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