Drohung und Bestechung
Wenn Kinder ihren eigenen Willen entdecken, dann sollen sie oft Dinge tun, die sie nicht wollen (sich anziehen lassen, den Teller leer essen u.s.w.). Als Elternteil lernt man dann zwei Werkzeuge kennen, die sich recht ähnlich sind und dazu dienen, den elterlichen Willen durchzusetzen: Die Drohung und die Bestechung.
Die Bestechung ist die (für alle Beteiligten) angenehmere Variante. Die geht ungefähr so:
Papa: Emilia, hast du schon den Teller leer gegessen ?
Emilia: Naaheiin.
Papa: Dann iss ihn jetzt leer.
Emilia: (spielt ein wenig herum).
Papa: Emilia, iss sofort das Brot auf !
Emilia: Die Rinde ist so hart.
Papa: Emilia, wenn du jetzt das Brot aufißt gibt es noch Nachtisch.
Das Brot ist wie vom Erdboden verschwunden …
Und dann gibt es natürlich die Drohung, das ist meist nicht so schön.
… (Anfang wie oben)
Papa: Emilia, wenn du jetzt das Brot aufißt gibt es noch Nachtisch.
Emilia: Mmmmhhh
Papa: Wenn du das Brot nicht aufißt, dann gibt es (betont) keinen Nachtisch.
Emilia: (kaut ein wenig auf der Rinde herum)
Papa: Emilia, du kommst ohne Gechichte ins Bett, wenn du den Teller nicht leer ist !
Emilia: (fängt an zu singen und Unsinn zu machen)
Papa: Dann kommst du halt sofort ins Bett. (nimmt den Teller weg)
Emilia: Naaahheiiiiiiin ….
Interessant finde ich, daß es jeden Tag mit beiden Kindern immer dasselbe ist. Jeden Tag gibt es die selben Versuche der Kinder, irgendwelche Dinge zu machen oder lassen. Immer und immer wieder. Bin gespannt, wenn (ob?) das jemals aufhört …