Was macht der Vater bei der Geburt ?

Vor der (ersten) Geburt habe ich mit Renate zusammen auch so einen Vorbereitungskurs besucht. Dort lernt man ja so allerlei. Vor allem wie man seine Frau unterstützen kann (”Wir begrüßen alle zusammen die erste Wehe!“) und was für eine wichtige Rolle man bei der Geburt spielt. Irgendwann glaubt man das sogar. Und dann kommt die Geburt.
Es ging also los. Ich hielt Renate ihre Hand und die Hebamme machte, was Hebammen halt so tun. Da gleichzeitig noch eine andere Mutter in den Wehen lag, pendelte die Hebamme zwischen den Kreissälen hin und her. Da man eine solche Situation nicht wirklich proben kann, ist man in gewisser Weise ein Anfänger. Das macht einen nicht sicherer.
Und dann kam und ging die Hebamme und würdigte mich keines Blickes. Ja, ich hatte eher das Gefühl im Weg herumzustehen und verzog mich in die äußerste Ecke. Irgendwann fing Renate an zu schreien, wie das halt so bei einer Geburt ist. Da mir die Erfahrung fehlte, wurde ich doch leicht nervös, als die Hebamme nicht auftauchte. “Sie machen das sehr gut !” war alles, was sie zwischenzeitlich zu Renate sagte, bevor sie wieder endschwand. Mich beschlich ein gewisses Gefühl der Nervosität und Einsamkeit. Nach unendlicher langer Zeit (meine Liebste war gefühlt schon jämmerlich krepiert während ich untätig daneben stand …), kam dann Hilfe in Form der Hebamme und des Arztes.

Was ich damit sagen will: Ich kam mir damals ziemlich unnütz und hilflos vor (auch wenn meine Frau das Gegenteil behauptet). Bei der zweiten Geburt hatte ich mich darauf eingestellt und konnte entsprechend damit umgehen.

Also, zukünftige Väter, erwartet nicht zuviel …

 

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3 replies


  1. Also klar hat mich die erste Geburt ziemlich überrannt und mitgenommen. Aber Händchenhalten, Kopfstreicheln und seelisch unterstützen kann eigentlich jeder, oder? Darf halt nicht wegen der Kratzer in der Hand rummeckern ;)


  2. Stimmt, allerdings sagt man Männern ja nach (und bei mir stimmt das auch), daß sie Probleme lösen wollen. Und ind dem Fall steht man halt “nur” daneben und hält Händchen.

    Peter


  3. Hallo Peter,

    das war auch ein spannendes Thema bei unsrer Tagung am 6. November in Köln.
    Hechelkurse für Männer sind Nonsens und ein zwanghaftes Tun und herumhampeln im Kreissaal eher schädlich für den Geburtsverlauf.

    Was fehlt ist eine angemessene Geburtsvorbereitung für werdende Väter, die Konzepte gibt es, aber viel zu wenig Angebote.

    Deinen Appell würde ich etwas umformulieren: Väter seid auf alles gefasst, vor allem wenn ihr wieder zu Hause seid.

    Die Erfahrung, einfach dabei zu sein und nichts tun zu müssen bzw. können, kann prägend fürs Leben sein.

    herzliche Grüße aus der Landeshauptstadt

    Hans-Georg

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